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Wissenswertes über die
Kollaborateure der Tabakdrogenindustrie


Ahtuell: Bundespräsident Christian Wulff

Zweifelhafte Aktivitäten der Bundesdrogenbeauftragten

[03.11.2004/ls] Im vergangenen Monat machte die Bundesdrogenbeauftragte, Marion Caspers-Merk, erneut Schlagzeilen wegen ihrer Haltung gegenüber der Tabak-Drogenindustrie. Wie im Artikel "Abschaffung aller Zigarettenautomaten" berichtet, sprach sich Caspers-Merk FÜR eine Erhaltung der Tabak-Drogenautomaten aus.

Es wäre schon schlimm genug, wenn sie "nur" der Auffassung wäre, dass das ab 2007 für Tabak-Drogenautomaten vorgeschriebene Chipkartensystem dem Jugendschutz ausreichend Rechnung tragen würde. In diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass ja bis zu diesem Zeitpunkt ohnehin ein Teil der Tabak-Drogenautomaten abgebaut würde, ist eine Dummdreistigkeit, die eine Bundesdrogenbeauftragte nicht öffentlich äußern sollte.

Das geplante Chipkartensystem ist nachweislich völlig ungeeignet für eine Gewährleistung der Jugendschutzbestimmungen, denn die Vorlage eines beliebigen Altersnachweises (Chipkarte) bewirkt ohne den nötigen Bezug zum Inhaber (Identitätsnachweis) absolut nichts. Das Ganze ist so wirkungslos wie ein Personalausweis oder Führerschein ohne Foto - denn nur durch das Foto kann der Bezug zum Inhaber hergestellt werden, also beispielsweise eine Verkehrsstreife einigermaßen zuverlässig entscheiden, ob sie nun das Dokument der kontrollierten Person in der Hand hält, oder irgendein legal oder illegal ausgeliehenes. Die Uneinsichtigkeit von Marion Caspers-Merk gegenüber diesen ernst zu nehmenden Mängeln nimmt langsam beängstigende Ausmaße an.

Doch damit nicht genug. Die Bundesdrogenbeauftragte hat offensichtlich auch nicht das geringste Problem damit, dass weiterhin für mehr als zwei Jahre nicht einmal diese unzulänglichen Schutzmaßnahmen eingesetzt werden, sondern Tabak-Drogen für jedes Kind zu jeder Zeit uneingeschränkt an Tabak-Drogenautomaten zur Verfügung stehen.

Im September blamierte sich Frau Caspers-Merk bereits mit ihren Äußerungen zu einem Rauchverbot in der Gastronomie (siehe Artikel "Drogenbeauftragte auf Schmusekurs mit DEHOGA". Sie sprach sich GEGEN gesetzliche Regelungen und damit auch GEGEN einen effektiven Schutz vor dem Zwangsmitrauchen aus. Die geschädigten Beschäftigten der deutschen Gastronomie sind Caspers-Merk nicht einmal eine Erwähnung wert, geschweige denn die Aufnahme in das Arbeitsschutzgesetz.

Obwohl der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband nachweislich Lügen und falsche Zahlen über die Wirkung des Rauchverbots in Irland oder New York verbreitet, zeigt die Bundesdrogenbeauftragte ein blindes Vertrauen in die Geschäftspolitik dieses Verbandes, der sich öffentlich als Tabaklobbyist betätigt. Diesem Verband legt nun Caspers-Merk das Schicksal und die Gesundheit der Opfer der Tabak-Drogenindustrie in die Hände.

Es ist unverkennbar: die Argumentation von Marion Caspers-Merk ähnelt immer mehr der Propaganda der Tabakdrogenmafia. In Bezug auf die Gastronomie plappert sie die abgedroschenen Phrasen des DEHOGA nach, und beim Thema Abschaffung der Tabak-Drogenautomaten klingt sie wie ein Mitglied des Verbandes der Cigarettenindustrie (VdC).

Die Interessenverbände der Tabak-Drogenopfer, zu denen aktive wie passive Tabakqualmgeschädigte zählen, werden von dieser Bundesdrogenbeauftragten komplett ignoriert.

Fazit: So langsam drängt sich der Verdacht auf, dass Marion Caspers-Merk die Amtsbezeichnung "Bundesdrogenbeauftragte" offensichtlich gründlich missverstanden hat. Denn ihre Aufgabe ist es gerade nicht, der Tabak-Drogenindustrie vor allzu einschränkenden gesetzlichen und praktischen Maßnahmen zu schützen, die den Konsum von Tabak-Drogen in Deutschland ernsthaft gefährden könnten.

P.S. Zum Abschluss eine kleine Denksportaufgabe für unsere werten Leser: welche wichtige deutsche Politikerin folgte der Einladung zum Sommerfest des Verbandes der Cigarettenindustrie (VdC), aber nicht der Einladung zur Gründungsversammlung von Pro Rauchfrei? Kleiner Tipp: Der Name der gesuchten Politikerin wurde in diesem Artikel bereits erwähnt.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Aufforderung zur Ablehnung von Ehrungen und Preisen der Tabakindustrie
Raucher werden weder diskriminiert noch ausgeschlossen
Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen
Petition und Politikeranschreiben für Kinderschutz im Auto
Beschwerde über verqualmte Veranstaltungsstätten (Theater, Konzertsäle, Kinos, ...)
Beschwerde beim Deutschen Presserat über Berichterstattung
Feinstaub wird nicht nur von Kraftfahrzeugen produziert
Anfrage wegen Tabakwerbung in Zeitungen, Zeitschriften etc.
Anfrage wegen Sponsoring durch Tabakindustrie (Verbände und Parteien)
Bitte um Begleichung der Reinigungskosten für Garderobe
Tabaklobby
FDP
CDU
CSU
SPD
B'90/Grüne
Inlandspolitik
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Drogen- und Suchtbericht 2011
Philip Morris umwirbt Politik und Medien auf Lobbyparty
Nichtraucherschutz in der deutschen Gastronomie
Tabakwarenautomaten
Malta führt bildhafte Warnhinweise für Tabakwaren ein
Rechtsbruch: Bundesregierung schützt sich nicht vor der Tabakindustrie
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Marketingrummel statt Jugendschutz am Automaten
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