Teenager in Sozialen Netzen zunehmend mit Tabakwerbung konfrontiert
[20.02.2010/pk]
Treuherzig versichern die weltweit agierenden Tabakkonzerne immer wieder, wie sehr ihnen doch der Schutz Minderjähriger vor Tabakprodukten am Herzen läge. Wie sehr diese Selbstdarstellung der Nikotindrogenhersteller und die Realität auseinander klaffen verdeutlicht eine aktuelle Bekanntmachung der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Den Autoren zu Folge, alle sind Mitglieder der "American Academy of Pediatrics Tobacco Consortium", werden weltweit täglich zwischen 82.000 und 99.000 Kinder zum Rauchen verführt. Viele dieser von der Tabakindustrie angefixten Kinder sind nicht einmal zehn Jahre alt. Laut WHO wird Tabak gezielt an Kinder vermarktet. Die Tabakindustrie sei sich im Klaren darüber, dass sie neue Raucher rekrutieren müsse, um die Aussteiger und Opfer tabakbedingter Todesfälle zu ersetzen, die ihnen als Kunden verloren gehen.
Kinder sind bevorzugte Opfer des Tabakmarketings, denn sie sind in der Entwicklungsphase besonders empfänglich gegenüber den Verführungen und Versprechungen der Werbekampagnen. Und sind sie erst einmal der Nikotindroge verfallen, dann bleiben sie es meist ein Leben lang.... [weiterlesen]
Körber-Stiftung akquiriert Mitwirkende für globales Netzwerk des Tabak-Marketings
[13.02.2010/pk]
Die Münchner Sicherheitskonferenz vom 5. bis 7. Februar 2010 löste ein großes Medienecho und viele Kontroversen aus. Tausende Menschen demonstrierten gegen die im Bayerischen Hof tagenden "Waffen-Lobbyisten" und "Kriegstreiber", zu deren Sicherheit große Teile der Münchener Innenstadt durch Tausende Polizisten eingekesselt wurden. Ein nur vordergründig unverfängliches Detail ist jedoch selbst vielen Gegnern nicht bekannt: die Körber-Stiftung lud zum "Munich Young Leaders Round Table 2010" am Rande der Sicherheitskonferenz ein, um Mitwirkende für das globale Netzwerk des Tabak-Marketings zu akquirieren. Die geladenen Gäste waren 25 "zukünftige Entscheidungsträger", so die Körber-Stiftung, die "das Potential haben, in einigen Jahren die Geschicke der Welt mitzubestimmen".
Die "Munich Young Leaders" sind Parlamentarier und Strategen, Journalisten und Manager aus NATO-Staaten, Osteuropa, dem Kaukasus, Nordafrika und dem Nahen Osten. Solche wichtigen Persönlichkeiten in strategischen Positionen braucht die Tabakindustrie, um auch in Zukunft ihre tödlichen Produkte gegen den weltweit wachsenden Widerstand von Medizinern, sozialen Einrichtungen sowie Kinder- und Jugendschützern in den Markt zu drücken. Die Körber-Stiftung spielt hier eine zentrale Rolle bei der Akquisition von Mitwirkenden für das globale Netzwerk des Tabak-Marketings.
Das ZDF schreibt zur Motivation der "Munich Young Leaders": "Hunger, Umweltzerstörung, Ressourcenkonflikte und Terrorismus - die Probleme sind gewaltig und verlangen frisches Denken". Paradoxerweise ist jedoch ausgerechnet die Tabakindustrie, mit der die Körber-Stiftung einen beachtlichen Teil ihrer Einnahmen generiert, gerade in den Bereichen "Hunger, Umweltzerstörung, Ressourcenkonflikte" (siehe DKFZ-Publikation "Tabak - Risiko für Umwelt und Schaden für die Volkswirtschaft") Antreiber und Komplize der zerstörerischen Kräfte. Vor allem in Osteuropa, aber auch Afrika und anderen wirtschaftlich aufstrebenden Regionen ist die Tabakindustrie auf dem Vormarsch und will ihre Position noch deutlich verbessern. Insbesondere in denjenigen Staaten, die noch nicht über eine fortschrittliche Politik und Gesetzgebung zur Tabakkontrolle verfügen, haben die Nikotindrogenhersteller ein massives Interesse, deren Entstehung zu bekämpfen und zu verhindern.... [weiterlesen]
[11.02.2010/Forum Rauchfrei]
Die Ausstellung "Die Kunst ist super", die im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin gezeigt wird, wird von dem Tabakkonzern Philip Morris gesponsert. Damit verstößt das staatliche Museum, das zu der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehört, gegen eine Empfehlung von Vertretern der Bundesregierung. Für Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei, ist es ein Skandal, dass sich die Bundesregierung nicht an die eigene Empfehlung hält. Er kritisiert die Bundesregierung, Imagewerbung der Tabakindustrie zu unterstützen.
Denn im November 2008 haben Mitglieder einer Delegation der Bundesregierung mit Vertretern vieler anderer Staaten in Durban (Südafrika) den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation zugestimmt, die genau solchem Sponsoring der Tabakindustrie eine Absage erteilten. Auch die Bundesdrogenbeauftragte hatte damals diesen Leitlinien öffentlich zugestimmt.
In den Leitlinien wird das Sponsoring-Verhalten der Tabakindustrie mit folgenden Worten charakterisiert: "Die Tabakindustrie übt Tätigkeiten aus, die als 'gesellschaftlich verantwortlich' bezeichnet werden, um ihr Erscheinungsbild von der tödlichen Beschaffenheit des Produktes, das sie herstellt und verkauft, zu distanzieren oder um die Festlegung und Durchführung gesundheitspolitischer Maßnahmen zu stören."... [weiterlesen]
Konsequente Umsetzung der internationalen Tabakkonvention (FCTC)
[06.02.2010/pk]
Der norwegische staatliche Pensionsfonds hat auf Empfehlung des Ethikrats 17 Tabakdrogenhersteller ausgeschlossen. Wie das norwegische Finanzministerium im Januar bekannt gab, wurde die im April des vergangenen Jahres empfohlene Desinvestition inzwischen abgeschlossen. Finanzminister Johnsen nannte als ausschlaggebende Kriterien das Inkraftreten der internationalen Rahmenkonvention über die Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die damit einhergehende Verschärfung des Norwegischen Tabakgesetzes.
Der norwegische Pensionsfonds zählt mit einem Investitionsvolumen von mehr als 300 Milliarden Euro zu den weltweit größten Staatsfonds. Der Fonds, dessen Einnahmen aus den gesamten Erdöl- und Gaseinnahmen Norwegens und den Investitionserträgen stammen, etablierte bereits 2004 moralische Investitionsleitlinien, die vom Ethikrat des Finanzministeriums erarbeitet wurden. Diese legen unter anderem fest, dass der Pensionsfonds nicht in Unternehmen investiert, die Menschenrechte verletzen, Korruption unterstützen oder der Umwelt schaden.
Da die Tabakindustrie bereits in allen drei Bereichen für negative Schlagzeilen sorgte, äußerten Kritiker seit Jahren ihr Unverständnis darüber, dass Tabakaktien immer noch im norwegischen Staatsfonds vertreten waren. Der Ethikrat, dessen Entscheidung über einen Ausschluss endgültig und unwiderruflich ist, ließ sich für seine Prüfung viel Zeit. Mit dem Ausschluss der 17 Tabakunternehmen, zu denen die weltweit größten Hersteller von Tabakdrogen zählen, ist das Thema jedoch nicht zwangsläufig abgeschlossen. Da die ethische Richtlinie unabhängig vom Grad der Verstrickung eines Unternehmens in Tabakdrogen gilt, können nach eingehender Prüfung weitere ethisch nicht tragbare Firmen aus dem Fonds gestrichen werden.... [weiterlesen]