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Tote, Verletzte und Millionenschaden

Bilanz einer Zigarette

[27.02.2006/ls] Ein Brand im Münchner Heilig-Geist-Altenheim forderte ein Todesopfer und fünfzehn Verletzte. Der Sachschaden des durch eine Zigarettenkippe verursachten Brandes beläuft sich auf mindestens eine Million Euro.

Eine 70-jährige Bewohnerin war gegen Mitternacht mit einer glimmenden Zigarette im Bett eingeschlafen. Als die Frau bemerkte, dass sie und das Bett lichterloh brannten, rief sie um Hilfe, worauf eine Pflegerin herbei eilte, und die Flammen an der Bekleidung löschte. Die Pflegerin erlitt bei der Rettungsaktion eine Rauchvergiftung.

Die inzwischen verständigte Feuerwehr konnte die sich ausbreitenden Flammen bald unter Kontrolle bringen, und die Räume mit Hochleistungslüftern vom Rauch befreien. Ein großes Aufgebot von Rettungskräften, zu denen neben Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr auch eine Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes zählte, konnte die gefährdeten Bewohner in Sicherheit bringen.

Acht Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Verursacherin des Brandes erlag noch am gleichen Tag ihren schweren Verbrennungen. Die übrigen Verletzten konnten nach einigen Tagen wieder entlassen werden.

Neben dem vollständig verwüsteten Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, wurden 25 weitere Zimmer durch Rußablagerungen unbewohnbar. Die angrenzende Dom-Pedro-Kirch wurde laut Polizeibericht ebenfalls durch Rußniederschlag beschädigt, auch einige Fresken sind beschädigt.

Ein weiterer tödlicher Zigaretten-Unfall ereignete sich in einer saarländischen Klink. Trotz des Rauchverbots zündete sich ein Patient eine Kippe an, und setzte dadurch das Krankenzimmer in Brand.

Durch den Brand mussten mehrere Stationen evakuiert und die Patienten innerhalb des Hauses verlegt werden. Die Höhe des Sachschadens konnte noch nicht beziffert werden.

Während Die Welt eine brennende Zigarette als Brandursache angab, behaupteten einige Zeitungen, der Auslöser des Brandes wäre angeblich ungeklärt. Ob da nicht jemand den Ehrenkodex der deutschen Presse etwas dehnbar interpretiert hat, um seine wohlgesonnen und finanzstarken Kunden der Tabakindustrie vor der unangenehmen Frage nach einer möglichen Mitverantwortung zu schützen...?

Denn in Deutschland sind, anders als beispielsweise in den USA, Zusätze in den Tabakwaren enthalten, die Zigaretten auch dann weiter glimmen lassen, wenn nicht mehr daran gezogen wird. Durch diese Zusätze steigt die Brandgefahr, weshalb sie in etlichen Ländern gesetzlich verboten sind. Für die Tabakindustrie steigt aber durch diese Zusätze der Umsatz, weil sich vergessene Zigaretten auch ganz von selbst in Rauch auflösen.


Quellen und weitere Informationen:

Anmerkungen:

Rauchen ist nicht nur eine schädliche Droge, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel mit dem Feuer. Trotz der Mündigkeit des erwachsenen Rauchers, die von den Werbekampagnen der Tabakindustrie gebetsmühlenartig heruntergebetet wird, werden immer wieder unschuldige Dritte durch die Folgen des Tabakdrogenkonsums in Mitleidenschaft gezogen.
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