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Fotodokumentationen

Tabak hat bei EURO 2012 keinen Platz

UEFA verbietet Konsum, Verkauf und Werbung für Tabakwaren

[05.11.2011/pk] Die UEFA gab in einer Pressemeldung bekannt, dass die Fußball-Europameisterschaft 2012 rauchfrei wird. Der Verband untersagt in sämtlichen Stadien den Verkauf und Werbung für Tabakwaren. Diese Regelungen gelten nicht nur für die geschlossenen Bereiche, sondern auch im Freien auf dem gesamten Stadiongelände. Mit dieser Entscheidung, das drittgrößte Sportereignis der Welt tabakdrogenfrei zu gestalten, wird eine Signalwirkung für Fußballfreunde rund um den Globus assoziiert und die enge Verbindung von Sport und Gesundheit unterstrichen.

Das Konzept für eine nikotindrogenfreie Europameisterschaft wurde von der UEFA in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weiteren Gesundheitsorganisationen entwickelt. Beteiligt waren dabei die lokalen Organisationskomitees und Gesundheitsinitiativen der ausrichtenden Staaten Polen und Ukraine, die aktiv an der praktischen Umsetzung mitarbeiten werden.

UEFA-Präsident Michel Platini betont, "wir möchten in unserem Königswettbewerb höchste Standards in Sachen Gesundheit, Sicherheit und Komfort bieten - Tabak hat da keinen Platz". Die tabakdrogenfreie Europameisterschaft 2012 sei "ein Zeichen des Respekts für die Gesundheit unserer Zuschauer und aller übrigen Beteiligten".

Wie die UEFA in einer Pressemitteilung hervorhebt, bildet das "umfassende Verbot des Konsums, des Verkaufs und der Werbung für Tabakwaren bei der UEFA EURO 2012 [...] die logische Konsequenz aus dem Engagement der UEFA für einen gesunden Lebensstil durch Fussball. Dies ist eines der Kernthemen der UEFA im Bereich Fussball und soziale Verantwortung, über den sie versucht, auf einige der dringlichsten Probleme Europas in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Umwelt Einfluss zu nehmen."

Diese späte Einsicht der UEFA findet breite Zustimmung in den Reihen des Sports und des Gesundheitswesens. Die Regionaldirektorin für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Zsuzsanna Jakab, bewertet die tabakfreie EURO 2012 als "eine äußerst vernünftige Idee". Jakab weiter: "Rauchen tötet und verursacht schwere Erkrankungen. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was im Zusammenhang mit dem Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs, das bereits in ganz Europa Erfolge zeitigt, getan werden kann."

Androulla Vassiliou, für den Sport zuständige EU-Kommissarin, begrüßt die Entscheidung der UEFA und verweist auf deren positive Auswirkungen: "Die EURO 2012 wird Millionen von Fans und Zuschauern in ihren Bann ziehen, weshalb eine sehr breite Wirkung erzielt werden kann. Ausserdem setzt ein Rauchverbot bei der EURO 2012 Massstäbe für andere Sportveranstaltungen auf dem Kontinent." Vassiliou fordert die Austragungsorte auf, das Rauchen auch im öffentlichen Nahverkehr, Restaurants und Fan-Bereichen zu verbieten. Vassiliou weiter: "Im Fussball und im Sport im Allgemeinen geht es um Gesundheit und Leistungsfähigkeit; Rauchen ist das genaue Gegenteil davon und gehört dort einfach nicht hin."

Mit dieser Entscheidung setzt die UEFA ihre vollmundig beworbene "soziale Verantwortung" endlich in die Tat um. Noch im Jahr 2008 hatte sich der Verband vehement gegen rauchfreie Stadien gesträubt. Unter dem Vorwand, dass es in den Gastgeberländern von 2008 (Österreich, Schweiz) angeblich keine gesetzliche Grundlage für ein Rauchverbot gäbe, wurden damals entsprechende Wünsche seitens der Gesundheitsexperten und Kinderschützer von der UEFA schroff abgeschmettert. Dabei hätte die UEFA als Gastgeber durchaus die Möglichkeit gehabt, die unsoziale Qualmerei auf ihren Sportveranstaltungen zu abzuschaffen.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Bekenntnis zum Schutz vor gesundheitsschädlichem Tabakqualm in Zukunft nicht auf Druck der Tabakindustrie wieder aufgeweicht wird. Für negative Schlagzeilen hatte hier die "große Schwester" FIFA im letzten Jahrzehnt gesorgt. Während die Fußball-Weltmeisterschaften in Japan und Südkorea 2002 sowie in Südafrika 2010 rauchfrei waren, präsentierte sich Deutschland bei der WM 2006 wieder einmal als verqualmte Hochburg der Tabaklobby.

Sportlich und sozial präsentiert sich der Fußball beispielsweise in England, wo alle Stadien qualmfrei sind. In Italien sind es immerhin einige der großen Arenen, die den gesundheitsschädlichen Tabakrauch verbannt haben. Deutschland befindet sich immer noch weitestgehend im Würgegriff der Tabakdrogenindustrie. Es gibt kein generelles Rauchverbot auf den Tribünen, der Besucher kann froh sein, bei manchen Bundesligavereinen überhaupt einen Platz in einem der spärlichen rauchfreien Blöcke zu ergattern.


Quellen und weitere Informationen

Beschwerdeautomat
Beschwerde über Verstoß gegen Gleichstellung behinderter Menschen
Beschwerde über verqualmte Veranstaltungsstätten (Theater, Konzertsäle, Kinos, ...)
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