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Dr. Martina Pötschke-Langer erhält Bundesverdienstkreuz

Herausragende Leistungen um die Krebsvorsorge

[21.02.2008/DKFZ/pk] Für ihre Verdienste um die Aufklärung über die Risiken des Rauchens und um die Krebsvorsorge ist Frau Dr. Martina Pötschke-Langer, Wissenschaftlerin am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Prof. Dr. Peter Frankenberg, überreichte die Ehrung am 14. Februar 2008. Minister Frankenberg dazu: "Mit Beharrlichkeit, großer Sachkenntnis und immensem persönlichem Engagement ist es Frau Dr. Pötschke-Langer gelungen, das medizinisch und gesellschaftlich relevante Thema der Krankheitsprävention durch Tabakkontrolle ins öffentliche Bewusstsein zu rücken".

Besonders hervorzuheben sei ihr großes Engagement bei der Aufklärung von Schulkindern und Jugendlichen. Es sei ganz entscheidend auch dem sehr persönlichen Einsatz von Frau Dr. Pötschke-Langer zu verdanken, dass in Deutschland die Landesparlamente Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern erlassen hätten. Die gesundheitlichen Gefahren, die vom Rauchen ausgingen, und die großen sozialen und gesellschaftlichen Folgelasten seien inzwischen allen bewusst.

Bereits im Vorjahr war das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem "World No Tobacco Day Award" ausgezeichnet worden. Mit diesem höchsten Preis für exzellente Leistungen auf dem Gebiet der Tabakkontrolle würdigte die WHO zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2007 die Beiträge des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zur Entwicklung der gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor Passivrauchen an Arbeitsplätzen, in öffentlichen Einrichtungen und in der Gastronomie.

"Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat durch seine wissenschaftlich fundierten Publikationen in außergewöhnlicher Weise dazu beigetragen, dass eine öffentliche Diskussion zur Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen in Deutschland stattfand und die Politik daraufhin den Gesetzgebungsprozess einleitete. Noch in diesem Jahr wird es auch in Deutschland einen gesetzlich verankerten Schutz vor Passivrauchen geben. Dies ist auch ein Verdienst des DKFZ", begründet Dr. Haik Nikogosian vom WHO-Europabüro in Kopenhagen die Entscheidung, der eine Nominierung durch das Bundesministerium für Gesundheit in Berlin vorausging.

"Die Auszeichnung mit dem 'World No Tobacco Day Award' unterstreicht den hohen Stellenwert, den das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im DKFZ im Kampf gegen tabakbedingte Krankheiten weltweit einnimmt", erklärt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des DKFZ.

Die Leiterin des WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle, Dr. Martina Pötschke-Langer, erläutert das Engagement des Deutschen Krebsforschungszentrums: "Dass Passivrauchen gesundheitsschädlich ist und zu Krankheit und Tod führen kann, ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Passivrauchen verursacht eine Reihe von akuten und chronischen Krankheiten, so zum Beispiel Lungenkrebs und koronare Herzerkrankungen. Rauchen in öffentlichen Gebäuden, am Arbeitsplatz, in Restaurants und Kneipen stellt demnach eine konstante Gefahrenquelle für die Gesundheit dar. Eine rauchfreie Umgebung ist deshalb sowohl für die Nichtraucher als auch für die Raucher der beste Gesundheitsschutz - dafür setzen wir uns ein."

Dr. Martina Pötschke-Langer wurde 1951 in Bautzen geboren. Sie studierte Medizin, Literatur und Geschichte an der Universität Heidelberg. Nach ihrer Promotion wendete sie sich dem Gebiet der Krankheitsprävention zu. Sie koordinierte das Nationale Blutdruckprogramm am Deutschen Institut für Blutdruckforschung in Heidelberg. Seit 1997 ist sie Gründungsleiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum. Dort wurde im Jahr 2002 ein WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle etabliert, das Dr. Martina Pötschke-Langer leitet.

Das Heidelberger WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im DKFZ ist Teil eines WHO-Netzwerkes und wurde mit der Zielsetzung gegründet, einen spürbaren Beitrag zu nationalen und internationalen Bemühungen um die Verringerung des Tabakkonsums zu leisten. Zu den Kernaufgaben gehört es, Wissen und Erkenntnisse über das Ausmaß des Tabakkonsums bereitzustellen, gesundheitliche und ökonomische Konsequenzen des Rauchens zu verdeutlichen sowie wirksamkeitsüberprüfte Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums zu erarbeiten. Besonderer Wert wird auf die Kommunikation mit Entscheidungsträgern aus Politik, Medien und Gesundheitsberufen gelegt. Neben dem in Heidelberg existiert in Europa noch ein weiteres WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle in Warschau.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen
Petition und Politikeranschreiben für rauchfreie Krankenhäuser
Medizin
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Raucher neigen stärker zu Komatrinken, Übergewicht und Geisteskrankheiten
Das Fetale Tabaksyndrom
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Schwangere Raucherinnen verheimlichen Nikotinabhängigkeit
Kellner leiden unter höchstem Krebsrisiko
Prävention
Bundeszahnärztekammer weist auf Tabakkonsum als unterschätzte Gefahr im Mundraum hin
Drogen- und Suchtbericht 2011
Deutschland Schlusslicht bei Tabakkontrolle
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