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Illegale Tabakwerbung im
DJV-Medienmagazin "journalist"


Reemtsma kauft sich frei

Tabakdrogenhersteller: Unschuldslämmer...?

[10.05.2005/pk] Seit sechs Jahren wird gegen den Hamburger Tabakdrogenhersteller Reemtsma wegen Zigarettenschmuggel und Steuerhinterziehung ermittelt. Nach einem Bericht der "Welt" konnte sich der Tabakmulti nun mit einer "hohen Millionenzahlung" von einer Fortsetzung dieser umfangreichen Ermittlungen freikaufen.

Die deutschen Zoll- und Steuerbehörden hatten bereits 1999 mit einer Razzia bei Reemtsma für Aufsehen gesorgt. Anfang 2003 war das gesamte Firmengelände von zirka 1.000 Polizisten mehrere Tage lang durchsucht worden. Dabei wurden mehrere LKW-Ladungen von Beweisen sicher gestellt.

Reemtsma wurde illegaler Geschäfte hinter dem Rücken des deutschen Fiskus beschuldigt. Dabei soll der Konzern in Deutschland produzierte Tabakwaren zuerst legal, aber unversteuert nach Osteuropa und dem Balkan geliefert haben. Die illegalen Handlungen beziehen sich auf den Schmuggel dieser Tabakdrogen zurück nach Deutschland, und deren unverzollten Verkauf. Den Managern des Reemtsma-Konzerns wurde von den Steuerfahndern "Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche sowie Beihilfe zur Steuerhinterziehung" vorgeworfen worden.

Die Einstellung des Verfahrens ist jedoch mit einem schalen Beigeschmack verbunden. Es ist äußerst zweifelhaft, wenn sich deutsche Behörden auf solche Händel einlassen, deren Details geheim gehalten werden. Es ist nicht einmal bekannt, von wem diese Ablasszahlung stammt. Zweifel an der ordnungsgemäßen Verbuchung des Betrages beim richtigen Empfänger sind angebracht. Denn wer garantiert dafür, dass dieser Betrag nicht am Ende als "Honorar" für die treuen Dienste eines Hamburger Abgeordneten auf dessen Konto landen...?

Fazit: die Sanktionierung zwielichter Geschäfte durch noch undurchsichtigere Ablasshändel wirft nicht nur auf den Tabakdrogenproduzenten Reemtsma ein schlechtes Licht, auch die zuständigen Behörden setzen sich dadurch zunehmend dem Verdacht undurchsichtiger undemokratischer Machenschaften aus.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Aufforderung zur Ablehnung von Ehrungen und Preisen der Tabakindustrie
Raucher werden weder diskriminiert noch ausgeschlossen
Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen
Petition und Politikeranschreiben für Kinderschutz im Auto
Beschwerde über verqualmte Veranstaltungsstätten (Theater, Konzertsäle, Kinos, ...)
Beschwerde beim Deutschen Presserat über Berichterstattung
Feinstaub wird nicht nur von Kraftfahrzeugen produziert
Anfrage wegen Tabakwerbung in Zeitungen, Zeitschriften etc.
Anfrage wegen Sponsoring durch Tabakindustrie (Verbände und Parteien)
Bitte um Begleichung der Reinigungskosten für Garderobe
Tabaklobby
FDP
CDU
CSU
SPD
B'90/Grüne
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Inlandspolitik
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