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"Eigentlich" Nichtraucher...

Nikotinsüchtige mit Wahrnehmungsstörungen

[23.01.2008/pk] Noch vor wenigen Jahren tönten die Qualmer lautstark bei jeder Diskussion um den Schutz vor Passivrauchen, dass sie als Raucher angeblich diskriminiert würden und so weiter und so fort. Die endlosen Tiraden sind inzwischen jedem bekannt, der sich auch nur am Rande mit diesem leidigen Thema beschäftigt. Doch offensichtlich haben diese Pöbler nun langsam eingesehen, dass sie mir ihren - ohnehin realitätsfernen und unzutreffenden - Behauptungen und Anfeindungen der Nichtraucher keinen Erfolg erzielen können.

So ist nun immer stärker ein Wandel in der Strategie der unbelehrbaren Raucher festzustellen. Ab und zu vernimmt man das Jammern eines Rauchers, dass man jetzt als Raucher kein Ansehen mehr genießt. Das Rauchen ist enttarnt. Trotz intensiver Desinformationskampagnen der Tabaklobby ist einer breiten Öffentlichkeit inzwischen bekannt, dass es sich dabei um nichts anderes als eine stinkende, krank machende und Tod bringende Sucht handelt.

Die wahrlich militanten Raucher haben jedoch - sicherlich nicht ohne tatkräftige Unterstützung durch die Marketingpsychologen der Tabaklobby - ihre Kampfstrategie geändert. Sich als Drogensüchtiger zu outen - und das sind die Nikotinabhängigen bekanntlicherweise - verschafft dem Betreffenden keinen Bonus mehr, sondern höchstens Mitleid, dass er sich der Tabakdroge immer noch nicht erfolgreich entledigen konnte.

Also versuchen sich die Süchtigen immer häufiger, sich als Nichtraucher auszugeben. Nichtrauchen ist normal, und wer will denn schon als nicht normal dastehen? Nichtrauchen ist in, und wer will schon als Außenseiter dastehen?

Sich als Nichtraucher auszugeben schafft eine vorgebliche Objektivität. Damit spricht der Raucher nicht mehr über sich selbst und Seinesgleichen, und muss sich nicht mehr selbst verteidigen. Es klingt doch viel besser, wenn sich jemand anderes für das eigene Laster einsetzt. Verstärkt werden soll dieser Eindruck noch dadurch, dass eine solche Fürsprache angeblich vom erklärten Feind kommt - das Bild des genussfeindlichen und intoleranten Nichtrauchers als Feind der Raucher wurde schließlich von der Tabaklobby über Jahrzehnte hinweg gepflegt und propagiert.

So entstehen äußerst seltsame Äußerungen, wie sie in den letzten Monaten zuhauf in der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Beispielsweise "ich rauche nicht, aber für mich gehört die Zigarette zum Bier einfach dazu". Wenn jemand zum Bier eine Zigarette braucht, dann ist das kein Nichtraucher. Ähnlich sinnlos ist der wiederholt verbreitete Spruch "der Rauch gehört zur Gemütlichkeit einfach dazu". Wem es in rauchfreier Umgebung schnell ungemütlich wird, der ist kein Nichtraucher, sondern ein Raucher auf Nikotinentzug. Kein Nichtraucher wird nach einer halben Stunde ohne Tabakdunst zappelig, das sind typische Anzeichen für einen Süchtigen, der unbedingt seinen nächsten Kick braucht.

Scheinbar halten so manche Raucher die Nichtraucher aber für so dämlich, diese Ungereimtheiten gar nicht wahrzunehmen. Aber nur ein vernebeltes Gehirn, dem es einzig und allein um die Befriedigung der Sucht geht, kann sich selbst derart belügen und betrügen. Denn mehr noch als ihre Umgebung belügen sich diese Menschen im Hinblick auf ihre Sucht selbst.

Auch die angeblichen Nichtraucher, die bei besonderen Gelegenheiten ganz spontan "genüsslich eine Zigarette rauchen", sind reine Märchen. Wer nicht an den Qualm gewöhnt ist, bekommt schon beim ersten Zug Hustenanfälle, bei Zigarren nicht selten sogar Übelkeit. Bis ein Mensch soweit ist, "genüsslich" rauchen zu können, ist einiges an Überwindung zu leisten. Erst nach einiger Gewöhnungszeit, in der das Gehirn zunehmend Rezeptoren für den Suchtstoff entwickelt, stellt sich der Kick der Suchtwirkung ein, der alle negativen Begleiterscheinungen des Rauchens einfach ausblendet.

Leider sind diese Rauchermärchen nicht nur am Stammtisch anzutreffen, selbst die etablierten Medien verbreiten immer wieder solchen Unfug. Unlängst war der Gastronom Hans-Lothar Fauth im Gespräch, der sich in Lübeck für (s)ein Raucher-Restaurant stark gemacht hat. Der Mann wird im Text mit "eigentlich Nichtraucher" beschrieben, aber gleichzeitig auf zwei Fotos mit qualmendem Glimmstängel dargestellt. Als er die Mahlzeit bereits vor sich stehen hat, zieht er schnell noch einmal kräftig an seiner Kippe. Verhält sich so ein Mensch, der "eigentlich Nichtraucher" ist?

Der Gebrauch einer Internet-Suchmaschine fördert weitere derartige Kuriositäten zutage. Beispielsweise "ich bin zwar eigentlich Nichtraucher ..., aber die eine oder andere Zigarette brauch ich zwischendurch mal, bei dem Stress...". Ein junger Mann schreibt in einem Zigarrenforum "Als erstes möchte ich vorwegschicken, dass ich eigentlich Nichtraucher bin. Doch hin und wieder genieße ich es doch diese Zigarillos zu rauchen." Dieser angebliche Nichtraucher bemängelt im gleichen Beitrag sogar noch, dass nur 10 Stück in einer Packung enthalten sind.

Diejenigen, die sich als "eigentlich Nichtraucher" bezeichnen, finden meist merkwürdige Ausflüchte für diese missbräuchliche Begriffsverwendung. Ist etwa jemand, der nur Shisha raucht und keine Zigaretten, etwa Nichtraucher? Sind Zigarren- oder Pfeifenpaffer etwa Nichtraucher? Wird man zum Raucher erst ab einem Tagespensum von mehr als 10 (20, ...) Zigaretten...?

Auch das ist suchttypisches Verhalten: statt sich selbst zu ändern wird die Umwelt einfach umdefiniert. Anstatt den schwierigen Weg zu gehen und die Sucht zu bekämpfen, wird der Nichtraucher-Begriff ausgehöhlt, und der Raucher stellt sich einfach als Nichtraucher dar.

Raucher rauchen "eigentlich" nicht in Gegenwart von Kindern und Asthmakranken. "Eigentlich" raucht ohnehin niemand in geschlossenen öffentlichen Gebäuden. Raucher sind ja "eigentlich" auch ganz rücksichtsvolle Menschen, die "eigentlich" meistens um Erlaubnis fragen ob sie in Gegenwart Anderer rauchen dürfen, und es "eigentlich" nicht tun, wenn jemand etwas dagegen hat. Das hört sich alles "eigentlich" ganz gut an, oder...?


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Raucher werden weder diskriminiert noch ausgeschlossen
Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen
Feinstaub wird nicht nur von Kraftfahrzeugen produziert
Rauchverbot kostet nichts
Tabaklobby
Presse
Medien
Verschiedenes
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