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Freiheit zur Vergiftung der Raucher

Tabakmörder kämpfen für Lizenz zum Töten

[10.11.2007/pk] Der deutsche Liedermacher Reinhard Mey, selbst jahrelang nikotinabhängig, bezeichnete die mit dem Tabakkonsum verbundene Unfreiheit als dessen schlimmste Nebenwirkung. Der Musiker hat es vor vielen Jahren seiner Tochter zuliebe geschafft, die Sucht zu überwinden. Millionen scheitern jedoch immer wieder daran. Mit fatalen Folgen für die eigene Gesundheit, wie auch für die Gesundheit der Mitmenschen, Familien, Freunde.

Die von der Tabaklobby gerne lautstark propagierte Freiheit für Raucher soll keineswegs den Rauchern die Freiheit zurückgeben. Die Tabakdrogenproduzenten und -verkäufer stellen eine ungehinderte Suchtbefriedigung als Freiheit dar. Dabei zeigt sich die wirkliche Freiheit doch erst dann, wenn der süchtige Raucher einmal für gewisse Zeit ohne Glimmstängel auskommen will oder muss.

Hier offenbart sich das wahre Gesicht der Tabakdroge. Der süchtige Raucher hat keine Freiheit mehr, zu entscheiden, ob oder wann er zum Glimmstängel greift. Mehr als ein Drittel der rauchenden Bevölkerung Deutschlands hat schon ernsthaft versucht, die Nikotinsucht abzuschütteln. Das sind mehr als sechs Millionen Menschen, die gegen ihren Willen gezwungen werden, weiter zu rauchen.

Die Tabakindustrie hat eine mächtige und finanzkräftige Lobby aufgebaut. Ihre perfideste Taktik ist der Mißbrauch der eigenen Opfer für Marketingzwecke. Die Opfer sind diejenigen Menschen, die für die Befriedigung ihrer Nikotinsucht ein Vermögen an die Tabakdrogenindutrie abdrücken müssen. Durch psychologische Tricks werden diese Drogenopfer dahingehend getrimmt, sich nicht gegen die Verursacher ihrer Misere (Tabakindustrie) zu wenden, sondern scheinbar freiwillig für hehre Ziele wie Freiheit und Toleranz zu kämpfen. In der Realität sind sie jedoch nur Schachfiguren eines Drogenkartells, das ausschließlich den eigenen Profit vor Augen hat. Die Freiheit, für die verblendete Nikotinfanatiker kämpfen, ist letztendlich die Unterdrückung jeglicher Strafverfolgung, der sich die Tabakmörder normalerweise stellen müssten.

Solche verblendeten Nikotinfanatiker finden sich, dank jahrzehntelanger Unterwanderung durch die Tabaklobby, in allen gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen. Es ist erschreckend, mit welchem Egoismus Nikotiniker in höchsten Positionen ihre ganz persönliche Fehde gegen den Nichtraucherschutz betreiben. Und es ist beschämend, mit welcher Gleichgültigkeit sie die Opfer ihrer selbstsüchtigen Handlungsweise ignorieren.

Ein in jüngster Zeit besonders herausragendes Beispiel dafür ist der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) mit seiner qualmenden Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Anstatt sich für Gleichbehandlung seiner Mitgliedsbetriebe einzusetzen, riskiert der Verband die Existenzen vieler Gastronomiebetriebe. Anstatt den Mitgliedsbetrieben sinnvolle Wege in die (unvermeidliche) rauchfreie Zukunft aufzuzeigen, beschränkt sich der DEHOGA auf Unkenrufe über den Niedergang der Gastronomen. Dabei führt der DEHOGA selbst diesen Niedergang herbei, und schlachtet die Misere seiner Mitglieder auch noch schamlos für seine tabakfreundlichen Marketingzwecke aus, anstatt den Leidtragenden aus der Patsche zu helfen.

Im Gegensatz dazu stellt der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (BHG) unter den deutschen Gastronomenvertretern eine löbliche Ausnahme dar. Der Verband hat erkannt, welchen Schaden eine Zweiklassengesellschaft durch die Diskriminierung von Raucher- und Nichtraucherlokalen anrichtet. Die logische Folge, die vom BHG auch konsequent vertreten und umgesetzt wird, ist eine saubere gesetzliche Lösung, die einen umfassenden und ausnahmslosen Nichtraucherschutz ermöglicht, ohne die schwächeren Gastronomen dabei um ihre Existenz zu bringen.

Besonderes Schmankerl der bayerischen Lösung: ein ausnahmsloses Rauchverbot ist eine absolut einfache, eindeutige und verständliche Lösung. Sie wird nicht nur von jedem noch so drogenvernebelte Hirn verstanden, sondern kann auch noch ohne jegliche bürokratischen Monster geregelt und durchgesetzt werden.

Aber nicht nur unter den Gastronomenvertretern gibt es einige uneinsichtige Profilneurotiker, auch in der Politik treiben weiterhin einige besonders eifrige Tabakverfechter ihre menschen- und gesundheitsfeindliche Politik voran. Insbesondere FDP-Funktionäre, die sich nach Außen gerne als besonders seriöse Volksvertreter präsentieren, biedern sich gerne mit zweifelhaften Profilierungsversuchen bei Tabakindustrie und Rauchern an. So stimmen sie mit regelmäßiger Wiederkehr ein lautstarkes Gezeter an, statt der "Hexenjagd gegen Raucher" müssten Hilfsangebote für die Nikotinsüchtigen angeboten werden. Weitere plakative Worthülsen wie "Raucherhetze", "Anti-Raucher-Kampagnen" oder "Erziehungsdiktatur" werden in diesem Zusammenhang ebenfalls gerne ins Feld geführt.

Betrachtet man diese Vorstöße jedoch etwas eingehender, so sind die geforderten Hilfsangebote nichts als plakative inhaltsleere Rhetorik. Sie werden nur zur Effekthascherei vorgeschoben, um das eigentliche Ziel zu verbergen. Letztendlich haben diese Versuche nur ein Ziel, nämlich die Gewinnmaximierung der Tabakindustrie durch die Verhinderung von Rauchverboten. Gerade einem Detlef Parr, der sich auf diesem Gebiet als "sucht- und drogenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion" unrühmlich hervorhebt, nimmt man eine solche demonstrative Unkenntnis der drogenpolitischen Realität nicht ab.

Denn Hilfsangebote für aufhörwillige Nikotinsüchtige gibt es viele. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) bietet ein Rauchertelefon. Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es ein Verzeichnis der Suchtberatungsstellen. Das Institut für Therapieforschung und unzählige weitere Organisationen bieten Raucherentwöhnungskurse an. Die Liste der Hilfsangebote ist lang, für jeden Betroffenen gibt es die passende Unterstützung. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass jedes Rauchverbot eine nicht zu unterschätzende Hilfestellung für alle Aufhörwilligen darstellt.

Wie die Erfahrungen aus Irland, New York, Kanada, Italien und vielen weiteren Ländern zeigen, wirkt sich eine Einschränkung der Rauchgelegenheiten positiv auf den Erfolg dieser Maßnahmen aus. Die Erfahrung anderer Länder zeigt jedoch aus, dass Deutschland immer noch weit hinten liegt, was die Unterstützung durch derartige begleitende Maßnahmen zur Suchtentwöhnung und Suchtprävention betrifft. Ein Tabakwerbeverbot und die Abschaffung aller Zigarettenautomaten, um nur die beiden wichtigsten zu nennen, sind dringend notwendig und längst überfällig. Um in Zukunft allen Menschen eine Freiheit ohne Drogen zu ermöglichen.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Barrierefreiheit für Atemwegsbehinderte in Bussen und Trambahnen
Beschwerde bei Behindertenbeauftragten über Verstoß gegen Gleichstellung
Beschwerde über Verstoß gegen Gleichstellung behinderter Menschen
Tabaklobby
Politik
FDP
Detlef Parr
Gesundheitswesen
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