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Kollaborateure der Tabakdrogenindustrie


Ahtuell: Bundespräsident Christian Wulff

Rauchen geht an die Nieren

Deutlich verminderte Funktionsfähigkeit des Organs bei Rauchern

[23.01.2006/pk] Mit jeder Zigarette steigt das Risiko für ein chronisches Nierenversagen. Mehrere im Jahr 2005 veröffentlichte Studien belegen eine rasante Abnahme der Nierenleistung bei Rauchern. Dabei verstärkt sich die negative Wirkung des Tabakkonsums umso mehr, je stärker die Nierenfunktion beeinträchtigt ist. Jede gerauchte Zigarette ist ein Schritt hin zum totalen Nierenversagen, bei dem eine Blutreinigung letztlich nur noch durch eine Dialyse möglich ist.

Den Medizinern ist bereits seit langem bekannt, dass Nierenerkrankungen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und daraus resultierende Todesfälle deutlich erhöhen. Das Rauchen forciert also nicht nur Nierenerkrankungen auf direktem Weg, sondern erhöht auch die Sterblichkeitsrate durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eine der Studien, bei der 185 Patienten über fünf Jahre beobachtet wurden, untersuchte die Filtrationsrate der Nieren, also letztendlich die Menge an Flüssigkeit, die in einer bestimmten Zeit von dem Organ gefiltert wird. Während des Beobachtungszeitraums blieb bei den nicht rauchenden Patienten dieser Wert annähernd gleich. Bei den Rauchern hingegen sank er innerhalb dieses Zeitraum um ein Viertel.

Dieses Bedeutung dieses Ergebnisses wird noch drastischer sichtbar, wenn berücksichtigt wird, dass die untersuchte Gruppe der Raucher bei Studienbeginn im Durchschnitt deutlich jünger war, und daher bessere Ausgangswerte aufwies. Es konnte weiterhin nachgewiesen werden, dass sich das Fortschreiten der Nierenerkrankungen deutlich bremsen lässt, wenn die Patienten ihren Tabakkonsum einstellen.

Für die Autoren dieser Studien ist deshalb klar, dass für Patienten mit Nierenerkrankungen bereits im Anfangsstadium der Tabakkonsum absolutes Tabu sein muss. Jede einzelne gerauchte Zigarette bringt diese Menschen der Dialysepflicht einen großen Schritt näher. Dialysepatienten potenzieren zudem ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Vorfälle und schmälern ihre eigene Überlebensprognose mit jeder Zigarette.

Mit der Dialyse verbunden sind regelmäßige, häufige Aufenthalte zur Durchführung der Reinigungsprozedur. Neben einer strikten Diät und strengstens limitiertem Flüssigkeitskonsum wird damit das gesamte Leben auf den durch die Dialyse vorgegebenen Zeitplan ausgerichtet. Die kleinste Urlaubsreise muss gründlich geplant werden, um die lebensnotwendige Blutreinigung in den erforderlichen Intervallen durchführen zu können.

Bedeutsam ist die Ursache der Nierenschädigung jedoch nicht nur für das persönliche Leben der Betroffenen, sondern auch ganz besonders für die Gesundheitspolitik. Im Jahr 2005 mussten in Deutschland etwa 50.000 Patienten dialysiert werden, die Kosten dafür belaufen sich auf rund 5,5 Milliarden Euro. Nur etwa 2.200 Patienten jährlich kann mit einer Spenderniere geholfen werden - der einzigen Möglichkeit, von der Dialyse loszukommen.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen
Petition und Politikeranschreiben für rauchfreie Krankenhäuser
Medizin
Bundeszahnärztekammer weist auf Tabakkonsum als unterschätzte Gefahr im Mundraum hin
Jährlich sterben 600.000 Menschen durch Passivrauchen
Raucher neigen stärker zu Komatrinken, Übergewicht und Geisteskrankheiten
Das Fetale Tabaksyndrom
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