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Raucher sind häufiger Alkoholiker

Tabakkonsum lässt auch das Gehirn schrumpfen

[30.11.2006/pk] Eine aktuelle Studie aus den USA bestätigt den alten Verdacht, dass Raucher anfälliger für Alkoholmissbrauch sind als Nichtraucher. Sie werden häufiger auffällig, auch zu so genannten harten Drogen wie Kokain und Heroin zu greifen. Die Studie der Universitätskliniken aus Washington und Maryland fand heraus, dass jugendliche Raucher besonders gefährdet sind. Richard Grucza, einer der Autoren der Studie: "Es scheint, dass Rauchen das heranreifende Gehirn empfänglicher für andere Abhängigkeiten macht".

Die Erklärung dafür: jegliche abhängig machenden Drogen, wozu Alkohol und Nikotin gleichermaßen zählen, aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn. Durch anhaltenden Konsum der Drogen verändert sich auf Dauer die Gehirnstruktur. Diese Konditionierung macht auuch empfänglicher für die Wirkung anderer Drogen. So verstärkt sich die Wirkung der einzelnen Drogen gegenseitig: Rauchen steigert die Empfänglichkeit für Alkohol, und Alkohol begünstigt einen höheren Tabakkonsum.

Die Zigarette unterstützt aber nicht nur die Neigung zum Alkoholismus. Während sich einerseits durch den Drogenkonsum das Suchtzentrum des Gehirns gewissermaßen breit macht, schrumpft andererseits die Gehirnmasse durch das Rauchen, wie nun von Wissenschaftlern der Berliner Charité erforscht wurde. Das erklärt eine schlechtere Erinnerungsfähigkeit und eine geringere Konzentration bei Rauchern. Rauchen schädigt also nicht nur Lunge, Herz und Gefäße, sondern wirkt sich unmittelbar negativ auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus.

Die Studie der Psychiatrischen Klinik der Charité zeigt, dass vom Rauchen besonders die graue Substanz des Gehirnss betroffen ist. Mittels kernspintomographischer Bilder wurden die Bilder von Rauchern und Nichtrauchern dreidimensional vermessen und rechnerunterstützt in Bezug auf die Größe verglichen.

In der grauen Substanz sind die meisten Nervenzellen enthalten, die viele wesentliche Hirnfunktionen abdecken. Der Studie zufolge steht die Schrumpfung des Gehirns in direkter Beziehung zur Anzahl der gerauchten Zigaretten. Je stärker und je länger der Tabakkonsum anhält, umso geringer ist die verbleibende Gehirnsubstanz. Davon sind vor allem jene Bereiche des Gehirns betroffen, die für Aufmerksamkeit und Erinnerungsvermögen wichtig sind. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit von Rauchern in diesen Gedächtnisfunktionen lässt sich dadurch erklären.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse geben auch einen interessanten Hinweis auf die Schwerpunkte der Lobbytätigkeiten. Nikotin und Alkohol bilden eine unheilvolle Allianz, die abhängige Menschen noch tiefer in die Sucht treibt. Diese Wechselwirkung wird von entsprechenden Lobbygruppen genutzt, um ihre Marktposition zu verbessern und zu sichern. VdC und DEHOGA spiegeln die unheilige Drogenallianz auf gesellschaftlicher und politischer Ebene wider, wobei die Tabaklobby eindeutig in der wirtschaftlich stärkeren Position ist.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen
Petition und Politikeranschreiben für rauchfreie Krankenhäuser
Medizin
Ethischer Kodex mit Biss
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Rauchverbot in der Öffentlichkeit fördert rauchfreies Zuhause
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Bundeszahnärztekammer weist auf Tabakkonsum als unterschätzte Gefahr im Mundraum hin
Jährlich sterben 600.000 Menschen durch Passivrauchen
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Das Fetale Tabaksyndrom
Studien & Umfragen
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