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Tödlicher Angriff der Tabakriesen


Tabakindustrie als Trittbrettfahrer der Gesundheitsinitiativen

Seelenverkäufer BAT unter falscher Flagge

[22.08.2006/pk] Mit immer dreisteren Aktionen versucht die Tabakindustrie, das wachsende Gesundheitsbewusstsein in Deutschland für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Die Tabak-Zeitung behauptet in ihrer Ausgabe vom 7. Juli 2006, dass British American Tobacco (BAT) angeblich das Projekt Rauchfreie Krankenhäuser unterstützen würde. Auf der Homepage des Tabakkonzerns werden die Fortschritte des Netzwerks Rauchfreier Krankenhäuser begrüßt, und der Anschein einer Nähe zum Netz Rauchfreier Krankenhäuser erweckt.

Mit Empörung reagierte die unwissentlich für Tabak-PR missbrauchte Gesundheitsinitiative. Christa Rustler, die Nationale Koordinatorin des European Network for Smoke-free Hospitals, stellt hierzu fest: "Weder das Deutsche noch das Europäische Netzwerk Rauchfreier Krankenhäuser werden materiell noch ideell von British American Tobacco unterstützt. Wir lehnen auch für die Zukunft jedwede Unterstützung aus der Tabakindustrie ab und distanzieren uns entschieden von diesen Veröffentlichungen. Die Meldungen sind nicht mehr als ein PRTrick. Der Zigarettenkonzern will als verantwortungsbewusstes Unternehmen erscheinen, obwohl er für die Erkrankung und den Tod von Tausenden von Rauchern verantwortlich ist."

Im Artikel der Tabak-Zeitung spricht sich BAT-Vorstandsmitglied Andreas Vecchiet für generelle Rauchverbote in Schulen und Krankenhäusern aus. In der Gastronomie hingegen soll es nach dem Willen des Tabakkonzerns nur so genannte "freiwillige Absprachen zum Nichtraucherschutz" geben. Im Klartext bedeutet das, die Tabakindustrie will einklagbare gesetzliche Regelungen in der Gastronomie verhindern. Damit könnte die Tabakindustrie wie bei den Tabakwarenautomaten oder der Tabakwerbung nach Belieben schalten und walten. Über die diesbezüglichen "freiwilligen Selbstverpflichtungen" lachen sich die Tabakmultis ohnehin gewaltig ins Fäustchen, denn die unzähligen Verstößte können praktisch nicht verfolgt und geahndet werden. Derartige auf Freiwilligkeit basierende Regelungen bedeuten also in der Praxis völlige Narrenfreiheit für die Drogenproduzenten.

Über schlechte Erfahrungen mit solchen unverbindlichen Lösungen weiß auch Christa Rustler zu berichten: "Freiwillige Lösungen funktionieren nicht flächendeckend. Auf freiwilliger Basis haben sich bisher lediglich 70 der insgesamt 3.600 stationären Einrichtungen in Deutschland dem Netzwerk angeschlossen. Wir kommen um eine gesetzliche Regelung nicht herum." Es gibt dazu sehr positive Erfahrungen aus dem europäischen Netzwerk. Die Mitglieder des DNRfK sind mit der Umsetzung der europäischen Standards bestens auf gesetzliche Regelungen vorbereitet.

Ziel des Netzes und Aufgabe der Krankenhäuser ist es, sich aktiv für eine wirksame Tabakkontrolle und Tabakentwöhnung zur Förderung der Gesundheit von Patienten, Angehörigen, Mitarbeitern und in der Region einzusetzen. Dies schließt eine rauchfreie Gastronomie ein, da in fast jedem Krankenhaus Caféterien und Bistros angeschlossen sind. Um die Distanz zur Tabakindustrie zu unterstreichen, hat das Deutsche Netzwerk Rauchfreier Krankenhäuser am 14. August 2006 den Kodex "Gegen Sponsoring durch Tabakindustrie" des Forum Rauchfrei unterzeichnet.

Das Netz Rauchfreier Krankenhäuser ist eine Initiative des Deutschen Netzes Gesundheitsfördernder Krankenhäuser, einem Netzwerk der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Das Deutsche Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGfK) wurde 1995 gegründet und ist ein Zusammenschluss von mittlerweile 74 Krankenhäusern mit ca. 80 Einrichtungen in ganz Deutschland.


Quellen und weitere Informationen:

Anmerkungen:

Wenn es die Tabakindustrie mit der Gesundheitsförderung tatsächlich ernst meinen würde, dann könnte sie beispielsweise auf die Zusatzstoffe im Tabak verzichten, die beim Verglimmen der Zigarette zu giftigen und Krebs erregenden Substanzen umgewandelt werden. Oder sie könnte den Zusatz von Ammoniakverbindungen im Tabak abschaffen, durch die die Wirkung des Nikotins verstäkt wird und Raucher tiefer in die Sucht hineingezogen werden.
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