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Schwangere Raucherinnen verheimlichen Nikotinabhängigkeit

Selbstbetrug zum Schaden der Ungeborenen

[31.10.2009/pk] Es gehört inzwischen zum Allgemeinwissen, dass Rauchen nicht gesund ist. Insbesondere werdende Mütter (und auch ihre Partner) sollten absolut abstinent sein, um ihr Kind nicht in Gefahr zu bringen. Dennoch ist der Anteil der Schwangeren, die weiter rauchen, erschreckend hoch. Eine wissenschaftliche Studie aus Schottland ermittelte nun eine hohe Dunkelziffer, viele Raucherinnen verheimlichen also ihre Nikotinsucht während der Schwangerschaft.

Nach der Studie, die am 29. Oktober im British Medical veröffentlicht wurde, bleiben viele rauchende Schwangere unentdeckt. Infolgedessen erhalten die Betroffenen keinerlei Unterstützung bei der Rauchentwöhnung, sehr zum Schaden der Ungeborenen.

Dr. Deborah Shipton und ihre Kollegen vom Medical Research Council Social and Public Health Sciences Unit in Glasgow untersuchten eine Stichprobe von 3.475 Frauen im Westen Schottlands über einen Zeitraum von einem Jahr. Die Probandinnen nahmen vorgeburtliche Untersuchungen im zweiten Drittel ihrer Schwangerschaft in Anspruch. Die Forscher überprüften die Selbstauskünfte der Frauen über ihr Rauchverhalten und verglichen sie mit Kotininproben, die einen Nikotinkonsum belegen.

Die Wissenschaftler ermittelten, dass auf die Selbstauskunft der Raucherinnen häufig kein Verlass ist. Demnach müssten 25 Prozent weniger Schwangere rauchen, als es tatsächlich der Fall ist. Das bedeutet, dass alleine in Schottland jährlich mehr als 2.400 rauchende Schwangere nicht angemessen medizinisch betreut werden können.

Diese Quote liegt erstaunlicher Weise in sozial benachteiligten Gegenden etwas niedriger, dort verheimlichten 22 Prozent der rauchenden Schwangeren ihren Tabakkonsum. In sozial besser gestellten Gebieten liegt diese Quote gar bei 39 Prozent. Offensichtlich ist bei letzteren das schlechte Gewissen stärker ausgeprägt. Allerdings ist das Rauchen in sozialen Brennpunkten wesentlich stärker verbreitet, das heißt in dieser Gruppe ist auch der Anteil der Raucherinnen unter den Schwangeren deutlich höher. Zieht man diesen Faktor in Betracht, so ist die absolute Zahl der Schwangeren, deren Nikotinabhängigkeit unentdeckt bleibt, hier etwa doppelt so hoch wie in der Gruppe der besser gestellten Personen.

Die Autoren der Studie schließen daraus, dass die Selbstauskünfte der Schwangeren kein verlässlicher Indikator für die Verbreitung des Rauchens während der Schwangerschaft sind. Ein hoher Anteil bleibt bei dieser Methode unerkannt, so dass notwendige medizinische Hilfe unterbleibt. Die Forscher sehen deshalb die Notwendigkeit genauerer Methoden zur Feststellung von Tabakkonsum während der Schwangerschaft, insbesondere wenn sich die Information und Behandlung der Patientinnen auf Grund dieser Erkenntnisse erfolgt.

Die Studie der Mediziner aus Glasgow liefert die wissenschaftliche Untermauerung der Ergebnisse einer Umfrage der NHS zu Beginn des Jahres. Von 224 befragten rauchenden Schwangeren gaben 25 Prozent an, keine Hilfe zu erbitten, weil sie Angst vor Kritik hatten. Etwa 40 Prozent verheimlichten ihren Tabakkonsum vor ihren Hebammen oder Ärzten.

Die NHS startete daraufhin eine neue Informationskampagne in England, um die Raucherinnen unter den Schwangeren zu ermutigen, Hilfe für eine Rauchentwöhnung zu suchen. Der Hebammenverband "Royal College of Midwives" begrüßte die Initiative, warnte aber vor einer Stigmatisierung von rauchenden Schwangeren.

Das Hauptaugenmerk sollte auf die Anregung der Schwangeren gerichtet werden, sich mit ihrem Nikotinproblem den Hebammen anzuvertrauen, um Beratung, Hilfestellung und Unterstützung zu erhalten. Cathy Warwick, Generalsekretärin des Royal College of Midwives ruft zur Kooperation auf: "Hebammen und Schwangere können zusammenarbeiten, und den Frauen bei der Rauchentwöhnung behilflich zu sein, damit sie und ihre Babies eine gesündere Zukunft haben".

Es ist jedoch nicht ausreichend, nur den bereits Schwangeren Hilfestellung angedeihen zu lassen. Die NHS sieht eine ebenso wichtige Aufgabe darin, Frauen und ihre Partner zu ermutigen und unterstützen, sowohl vor einer eventuellen Schwangerschaft als auch nach der Entbindung den Tabakkonsum vollständig einzustellen.


Quellen und weitere Informationen:

Anmerkungen:

Es ist erschreckend, welche Macht die Sucht über den ihr verfallenen Menschen ausübt, zu welch menschenverachtendem Verhalten die Sucht ihre Opfer anstiftet. Den Suchtopfern ist es wichtiger, keine Kritik an ihrer Suchtbefriedigung einstecken zu müssen, als ein gesundes Kind zur Welt zu bringen! Neben professioneller Hilfe für die Suchtopfer muss insbesondere den Herstellern und Vertreibern von (Nikotin-)Drogen endlich das Handwerk gelegt werden.
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