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Irland: Jugendliche kommen viel zu leicht illegal an Tabakdrogen

Stärkere Kontrollen und Werbeverbot für den Einzelhandel sollen Abhilfe schaffen

[09.01.2010/pk] Obwohl in Irland der Verkauf von Tabakwaren an unter 18-Jährige verboten ist, kommen Kinder und Jugendliche auf der grünen Insel immer noch erschreckend leicht an Zigaretten. Eine Untersuchung des "Office of Tobacco Control" (OTC) ergab, dass jeder zweite Einzelhändler und sogar zwei Drittel aller Wirte gegen die entsprechende Verkaufsbeschränkung verstoßen. Ein Sprecher der OTC kritisierte diesen niedrigen Standard des Jugendschutzes als absolut inakzeptabel. Wesentlich dafür verantwortlich ist die mangelhafte Anwendung der gesetzlich bereits möglichen Geldbußen von bis zu 3.000 Euro und/oder einer Gefängnisstrafe bis zu drei Monaten.

Ohnehin werden Kinder fast überall mit zur Schau gestellten Tabakwaren konfrontiert, an der Ladentheke ebenso wie im Supermarkt, am Zeitungskiosk oder an der Tankstelle. An prominentester Stelle werden Tabakdrogen hier inmitten einer breiten Auswahl gewohnter Produkte platziert. Dadurch entsteht bei Heranwachsenden der Eindruck, Tabak wäre sozial besser akzeptiert und allgemein stärker konsumiert, als dies tatsächlich der Fall ist.

Der irische Gesundheitsminister sah sich deshalb in der Pflicht, signifikante Verbesserungen zum Schutz der Jugendlichen umzusetzen, um sie vor dem illegalen Zugang zu Tabakprodukten insbesondere im Einzelhandel zu bewahren. Neben stärkeren Kontrollen der bereits existierenden Vorschriften sollten einige zusätzliche Regelungen die bisherigen Schwachstellen im Jugendschutz beheben. In Irland rauchen immer noch 16 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, obwohl sie auf legalem Weg gar keine Tabakwaren erwerben können. Mehr als drei Viertel aller irischen Raucher verfallen der Nikotinsucht, bevor sie überhaupt das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Die starke Wirkung von Marken- und Zigarettenwerbung gerade auf Jugendliche wird durch die Tatsache unterstrichen, dass 80 Prozent der rauchenden Kinder in Irland nur zwei Marken konsumieren. Dabei handelt es sich just um die beiden Marken, die am aggressivsten in den örtlichen Geschäften beworben werden. Angesichts derart überwältigender Belege steht die Öffentlichkeit nahezu geschlossen hinter den neuen Bestimmungen zum Schutz der Kinder vor Tabakdrogen. 87 Prozent der Bevölkerung befürworten ein komplettes Verbot jeglicher Form von Tabakwerbung, Promotion und Kommunikation als Mittel, um Minderjährige vom Tabakkonsum abzuhalten.

Konsequenterweise wurde zum 1. Juli 2009 jegliche Tabakwerbung und die Auslage von Zigaretten in den örtlichen Geschäften untersagt. Der Betrieb von Tabakwarenautomaten ist nur noch in Gaststätten und registrierten Clubs unter strengen Auflagen gestattet. Der Vetrieb von Tabakwaren darf nur noch durch autorisierte Händler erfolgen, alle bisherigen Verkaufsstellen mussten sich bis spätestens 1. Oktober 2009 beim OTC registrieren. Die Zigaretten müssen außer Sichtweite in verschlossenen Behältern aufbewahrt werden, zu denen nur autorisiertes Personal zugang hat.

Neben Schulungsvideos auf DVD erhalten die Händler Schilder und Informationsmaterial, um die neue Regelung korrekt umsetzen zu können. Zur Behandlung von Beschwerden wurde eine eigene Hotline eingerichtet, unter der Fragen bezüglich der Umetzung gestellt, und Verstöße gegen die Gesetze zum Schutz der Jugend vor Tabakdrogen gemeldet werden können.

Die Tabaklobby versuchte eingangs, die neuen Bestimmungen durch die altbekannten Warnungen vor einem ausufernden Zigarettenschmuggel zu sabotieren. Diesen Wunschtraum der Nikotindrogenhersteller konnte das OTC jedoch als unzutreffend widerlegen. Im ersten halben Jahr nach der Einführung der neuen Tabakwerbebeschränkungen im Einzelhandel gäbe es nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, dass weniger Zigarettenwerbung sich in irgendeiner Weise auf die Schmuggelquote auswirken würde.

OTC-Chef Éamonn Rossi sieht den Schmuggel von Tabakwaren immer noch als ernsthaftes Problem, und beglückwünschte die Finanzbehörden zu ihrem jüngsten Erfolg im Kampf gegen den organisierten Zigarettenschmuggel. Es müssten weiterhin von allen Staaten alle Anstrengungen unternommen werden, um diese kriminellen Aktivitäten zu bekämpfen. Rossi betonte, es mache keinerlei Unterschied, ob es sich dabei um Tabakwaren handele, die anderenorts von der Tabakindustrie produziert würden, oder ob Fälschungen ins Land geschmuggelt würden. Die tödliche Wirkung ist in beiden Fällen die selbe.

Nach den Worten von Éamonn Rossi ist das Verbot von Tabakwerbung sowie der Zur-Schau-Stellung von Tabakwaren am Verkaufsort keinesfalls als Mittel zur kurzfristigen Eindämmung des Tabakdrogenkonsums zu sehen. Vielmehr handelt es sich dabei um langfristige strategische Maßnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Verführungen der Tabakwerbung.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Petition zum Erlass eines generellen Rauchverbots an Schulen
Petition für ein Verbot von Tabakautomaten zur Durchsetzung des Jugendschutzes
Beschwerde über illegale Tabakwarenautomaten in Schulnähe
Beschwerde über BDTA wegen Nichtentfernens von Tabakwarenautomaten in Schulnähe
Anzeige wegen jugendgefährdender Tabakwerbung
Irland
Deutschland Schlusslicht bei Tabakkontrolle
Irland intensiviert Kampf gegen Schmuggel
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