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Illegale Tabakwerbung im
DJV-Medienmagazin "journalist"


Fotodokumentationen

Der Verband der Cigarettenindustrie (VdC) hat Deutschland unter Kontrolle

Lobbyismus für ein mörderisches Produkt

[28.02.2006/pk] Von den schmutzigen Drogengeldern der Krankheit und Tod bringenden Tabakprodukte kann offensichtlich nicht nur die Tabakindustrie gut leben. Anscheinend bleibt davon immer noch genug übrig, um sich Medien, Politik, Wissenschaft und Justiz gefügig zu machen.

Natürlich auf ganz legalem Weg und ohne jegliche Bestechung. Derartiges haben nur kleine Gauner nötig. Wer über ein ausreichend dickes Portemonnaie mit großen Scheinen verfügt, der lässt die Puppen auch ohne Worte tanzen. Selbst Gesetze passen sich dann langsam aber unaufhaltsam dem Wohle spezieller Interessengruppen an.

Ein Bericht des journalMED bezeichnet den Verband der Cigarettenindustrie (VdC) als erfolgreichste Lobby-Organisation Deutschlands, deren oberstes Ziel die Aufrechterhaltung der sozialen Akzeptanz des Rauchens ist. Die Erfolgsgeschichte des VdC könnte selbst Microsoft-Gründer Bill Gates vor Neid erblassen lassen.

Seit den 70er Jahren erhielten zahlreiche hochrangige deutsche Gesundheitswissenschaftler Forschungsgelder von der Tabakindustrie. Dafür spielten diese in der Öffentlichkeit die Gefahren des Rauchens und des Passivrauchens herunter. Die Presse wurde mit einem dezenten Hinweis auf die nicht unbedeutenden Werbeausgaben zu einer "objektiven Berichterstattung" im Sinne der Tabakindustrie angehalten, so das journalMED.

Die Tabakindustrie will jedoch nicht nur ihr Image in der Öffentlichkeit aufpolieren, sondern auch ihre Geschäftsgrundlage vor einer allzu erfolgreichen Gesundheitspolitik schützen, die eine wirkungsvolle Tabakprävention zur Folge hätte.

Durch gekaufte Gutachten gelang es den Lobbyisten, die Deutsche Bundesregierung zu einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshos (EuGH) gegen des eruopaweite Tabakwerbeverbot zu bewegen. Wie auch schon beim Jugendschutz wurde in Deutschland nur eine leicht zu umgehende freiwillige Selbstbeschränkung bei Tabakwerbung eingeführt.

Die Bundesministerien für Gesundheit, Wirtschaft und Verkehr wurden von Vertretern der Tabakindustrie unter Druck gesetzt, um Rauchverbote bei der Lufthansa, Bahn und öffentlichem Nahverkehr abzuwenden oder wenigstens hinauszuzögern.

Ein besonders wichtiges Ziel der Tabaklobby war und ist die Gastronomie. Durch einen geballten Einsatz von Lobbyisten, Pressekampagnen und fingierten Ergebnissen von Meinungsumfragen gelang es dem VdC, den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) von Rauchverboten in der Gastronomie abzubringen.

Über diese geradezu teuflisch perfekte Vorgehensweise schreibt journalMED: "In keinem anderen europäischen Land war der Lobbyismus der Tabakindustrie zur Verhinderung von Werbeverboten, zur Verhinderung des Nichtraucherschutzes und gegen Vertriebsbeschränkungen für Zigaretten derart erfolgreich wie in Deutschland".

Fachleute fordern deshalb mit Nachdruck, die Arbeit der Tabaklobbyisten transparent zu machen und ihren Einfluss zu begrenzen, um endlich einen wirksamen Gesundheitsschutz der Bevölkerung auch gesetzlich verankern zu können.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Anfrage wegen Sponsoring durch die Tabakindustrie (Hochschulen und Forschungseinrichtungen)
Peinliche Werbung mit Philip-Morris-Forschungspreis bitte entfernen
Philip-Morris-Forschungspreis existiert nicht mehr
Aufforderung zur Ablehnung von Ehrungen und Preisen der Tabakindustrie
Anfrage wegen Tabakwerbung in Zeitungen, Zeitschriften etc.
Anfrage wegen Sponsoring durch Tabakindustrie (Verbände und Parteien)
Tabaklobby
FDP
CDU
CSU
SPD
B'90/Grüne
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