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"Helden: Verehrt - Verkannt - Vergessen" - ein zynisches Motto?

Preisverleihung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten

[06.11.2009/Forum Rauchfrei] Heute wird der 14-jährige Rafael Dolabella Portella mit dem 1. Preis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet. In der taz erschien hierzu vorab ein Interview mit dem jungen Preisträger. Was er nicht gefragt wurde, war, ob er schon einmal eine Zigarette geraucht hat. Wenn ja, dann kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese Zigarette mit einer Maschine der Hauni Werke gefertigt wurde und dass ein Teil des Preisgeldes aus dem Verkauf eben dieser Zigarette stammte. Denn die Hauni Werke befinden sich im Besitz der Körber Stiftung, die den Geschichtswettbewerb veranstaltet.

Neben dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten finanziert die Körber Stiftung eine Reihe von Projekten und Auszeichnungen, fast alle unter der Schirmherrschaft prominenter Politiker, in Berlin zum Beispiel die Berliner Tulpe, ein Preis, der für die Förderung des Deutsch-Türkischen Gemeinsinnes verliehen wird. Was bei all diesen Projekten und Preisen verschwiegen wird, ist die Quelle, aus der sie finanziert werden.

Diese Quelle speist sich zum großen Teil aus dem Verkauf von Zigaretten. Denn die Hauni Werke stellen Maschinen zu deren Produktion her und sind laut eigener Aussage "Partner Nr. 1 der Zigarettenindustrie". Das Forum Rauchfrei macht schon seit einiger Zeit auf diesen Missstand aufmerksam und hat führende Politiker aufgefordert, ihre Ehrenämter bei der Körber Stiftung niederzulegen. "Es ist einfach unvereinbar, gesellschaftliche Verantwortung für sich zu reklamieren, wenn man gleichzeitig mit seinen Proukten mitverantwortlich ist für den Tod von 140 000 Menschen, die allein in Deutschland jedes Jahr an den Folgen des Rauchens sterben" sagt Johannes Spatz, Sprecher des Forums Rauchfrei.

Bundespräsident Horst Köhler sieht keinen Anlass, sich von der Körber Stiftung zu distanzieren, da die Hauni Werke laut Definition der WHO nicht direkt zur Tabakindustrie zu zählen sind. Dagmar Schipanski, die sich auch einmal um die Präsidentschaft beworben hatte, sah das anders. Sie hielt ein Ehrenamt bei der Körber Stiftung mit ihrer Arbeit in der Deutschen Krebshilfe für unvereinbar.

Und noch ein weiterer Aspekt dieser Preisverleihung sollte nicht übersehen werden. Thema der preisgekrönten Arbeit ist Hans Litten, Rechtsanwalt und NS-Gegner, der im Konzentrationslager Dachau starb. Ermordet von denen, für die das NSDAP-Mitglied Kurt Körber Präzisionsmaschinen baute. "Ich wollte den Krieg gewinnen, dafür habe ich gearbeitet. Tag und Nacht." Dies sagte Kurt Körber noch im Alter von 80 Jahren in einem Interview mit der Zeitung Die Welt. So konstruierte und baute er zum Beispiel eine Feuerleitanlage für Flakscheinwerfer - mit durchschlagendem Erfolg, wie es in seiner Biografie heißt. Ein Zynismus, der kaum zu überbieten ist. Helden sehen anders aus.


Quellen und weitere Informationen:

Anmerkungen:

Im Porträt ihres Stifters verschweigt die Körber-Stiftung schamhaft, dass Kurt Adolf Körber 1940 in die NSDAP eingetreten war. Die Körber-Stiftung verschweigt ebenso, dass seine Firma eine wichtige Rolle in der Produktion von Kriegsgerät für die Nazis spielte, und dafür mehr als 3.000 Zwangsarbeiter beschäftigte.
Statt dessen ist über dieses dunkelste Kapitel deutscher Geschichte nur der lapidare Hinweis zu finden, dass Kurt Adolf Körber 1935 in die Universelle-Werke J.C. Müller & Co. in Dresden eintrat, wo er 1940 zum Technischen Direktor befördert wurde.
Eine solche Form der "Geschichtsbewältigung", wie sie die Körber-Stiftung betreibt, kann sicherlich kein Vorbild für unsere Jugend darstellen. Ebensowenig wie der vorgebliche Menschenfreund Kurt A. Körber, der seinen Beitrag zur "Friedenssicherung und Förderung des Gemeinwohls" leistete, in dem er nach dem Krieg die industrielle Massenproduktion von Tabakdrogen vorantrieb.

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