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Elektronische Zigarette in Brasilien verboten

Künstlicher Glimmstängel ebenso gefährlich wie herkömmliche Tabakprodukte

[05.09.2009/pk] In Brasilien sind Einfuhr und Handel mit elektronischen Zigaretten (kurz E-Zigaretten oder E-Zig genannt) sowie deren Bewerbung seit dem 25.08.2009 verboten. Mit einem entsprechenden Erlass reagierte die nationalen Gesundheitsbehörde ANVISA auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die den Zigarettenersatz als gefährlich einstufen. Bei der Verwendung des Gerätes werden Nikotin und weitere Krebs erregende Substanzen freigesetzt. Entgegen den Werbetexten der Hersteller ist die elektrische Zigarette als Mittel zur Rauchentwöhnung ungeeignet.

Dazu Agenor Álvares, Chef der ANVISA: "In Wirklichkeit enthält dieses Ersatzgerät dieselben Substanzen. Sie sagen, dass die Kartusche der [elektronischen] Zigarette frei von Nikotin sei, aber die FDA [Arzneimittelzulassungsbehörde der USA] hat die Präsenz nachgewiesen". Laut Álvares zeigt die elektronische Zigarette die gleiche Wirkung wie deren herkömmliches Pendant auf Tabakbasis.

Der Chef der öbersten brasilianischen Gesundheitsbehörde erläutert, "Viele Leute kaufen sie [die elektronische Zigarette] aus guten Glauben in der Illusion, dass der Apparat ihnen hilft, mit dem Rauchen aufzuhören". Deshalb wurde der Verkauf der elektrischen Nikotinspender zum Schutz des Verbrauchers verboten. Die Einfuhr über Internet-Bestellung ist ebenfalls untersagt. Die Gesundheitsbehörden gestatten auch keine Privatimporte. Entsprechende Pakete werden an den Flughäfen vom Zoll konfisziert.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bereits im März dieses Jahres anlässlich ihrer 4. Konferenz des "World Health Organization Tobacco Laboratory Network (WHO TobLabNet)" in Rio de Janeiro vor der unkontrollierten Ausbreitung der E-Zigarette in Brasilien gewarnt. Dr. Douglas Bettcher, Direktor der "WHO Tobacco Free Initiative", wies darauf hin, dass die Rauchentwöhnung und jegliche Aussagen über die gesundheitlichen Auswirkungen (der elektrischen Zigarette) rigorose Sicherheitskontrollen und Überprüfungen der Wirksamkeit erfordern. Diese müsse durch die Regulierungsbehörden überprüft und genehmigt werden. Dr. Bettcher kritisiert indirekt auch die Werbeversprechen der Hersteller und Vertreiber: "der derzeitige wissenschaftliche Kenntnisstand ist unzureichend, um dieses Produkt als legitime Entwöhnungshilfe anzubieten".

Rund um den Globus sind die Gesundheitsexperten besorgt über die wachsende Ausbreitung von Ersatzdrogen wie Wasserpfeife oder elektronische Zigarette. Diese Entwicklung unterstreicht die enorme Bedeutung einer Stärkung der globalen Tabakprodukt-Regulierung. Das "WHO Tobacco Laboratory Network" erzielte auf seiner Tagung in Rio de Janeiro deutliche Fortschritte in der Weiterentwicklung von Testmethoden und -verfahren für giftige Zigaretteninhaltsstoffe und Rauchemissionen. Die Tagung ermöglichte den Experten weiterhin einen wichtigen Erfahrungs- und Informationsaustausch über neuartige Zigarettentestvefahren und Sicherheitsbestimmungen der Testlabors.

Fazit: Die Türkei hat die elektronische Zigarette verboten, in Österreich ist ihr Verkauf untersagt, in weiteren europäische Staaten wird die E-Zigarette als Arzneimittel ohne gültige Zulassung eingestuft. Australien, Kanada, Panama und nun Brasilien schützen ihre Bürger vor dem gefährlichen Drogenspender aus China. Verantwortungsvolle Internet-Händler, wie Amazon.com oder E-Bay haben die elektrische Zigarette aus ihrem Sortiment verbannt. Eine weltweite Ächtung derartiger menschenverachtender Produkte ist dringend erforderlich.


Quellen und weitere Informationen:

Beschwerdeautomat
Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen
Petition und Politikeranschreiben für rauchfreie Krankenhäuser
Elektronische Zigarette
Zäpfchen sinnvoller als E-Zigarette
Tabakindustrie will bei Entwöhnung mitmischen
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